20170523

Jahresrückblick.com und Jahresvorschau.com

Wichtiges über Promis

 

Redaktionell ausgewählte, wirklich wichtige Promi-News und noch vieles andere mehr finden Sie auf unseren neuen Partnerseiten www.Jahresrückblick.com und www.Jahresvorschau.com.

20170510

www.glücklich.online

Geralds Erkenntnisse nach mehr als 2000 Promi-Interviews ...


Welche Erkenntnisse zu Themen wie Liebe, Erfolg, Gesundheit, Stress, Älterwerden, positiv denken etc. der Promiblog.com-Autor Gerald Vukits in seinen über 2000 Promi- und Star-Interviews in rund 25 Jahren FÜR SICH SELBST gewonnen hat und vieles andere mehr, verrät er jetzt in seinem neuen Blog www.glücklich.online.

20170328

Christine Kaufmann tot - Das war ihre Lebensphilosophie:

Christine Kaufmann: „Augenblicke genießen ist der Schlüssel zum Glück"


Die deutsch-österreichische Schauspielerin Christine Kaufmann ist tot. Sie starb an den Folgen einer Leukämie-Erkrankung in einem Münchner Krankenhaus. 72 Jahre wurde sie, die Ex-Frau von Filmlegende Tony Curtis, alt.

Jahrelang gab sie (literarische) Tipps zum Thema Lebenslust ...

Einmal sagte sie mir: "Frauen in den besten Jahren rate ich: ,Geduldig sein, ja – aber nichts erdulden.’ Auch ich habe früher Dinge erduldet, die einfach nicht zu erdulden sind, weil sie mir die Zeit stehlen. Ich glaube, eine schwierige Situation etwa innerhalb der Familie, lässt sich nur dann verbessern, wenn man gewisse Dinge einfach zur Sprache bringt. Da gibt es einen Witz: ,Warum verstehen sich Großeltern und ihre Enkelkinder so gut? Antwort: Weil sie die gleichen Feinde haben – die Eltern!’ Ich kenne viele attraktive Großmütter, die von ihren Töchtern häufig als Feind betrachtet werden. Es gibt ganz wenige Töchter, die sich freuen, wenn sie von einem Fremden hören: ,Was denn? Das ist ihre Mutter? Sieht aus, wie Ihre Schwester...’ Eigentlich habe ich mich immer gewundert, dass mich meine beiden Töchter beim Schlafen nicht mit dem Kissen erstickt haben“, schmunzelte die Künstlerin, die bereits im Alter von 9 Jahren als „Rosen-Resli“ zum Filmstar wurde und mit 18 die Hollywood-Legende Tony Curtis heiratete, dem sie zwei Töchter schenkte.

Kaufmann wurde auch noch als knapp 70-jährige als "heißer Ofen" bezeichnet. Ob sie sich tatsächlich so fühle, fragte ich sie. Kaufmann antwortete: „Ich finde das sehr schmeichelnd, fühle mich aber nicht als ,heißer Ofen’. Ich bin vielleicht eine Eckbank mit Kacheln, die schön warm ist. Aber, ein ,heißer Ofen’ bestimmt nicht mehr. Das muss ja auch nicht sein. Das war ich auch lange genug. Im Alter möchte ich lieber Love-Appeal als Sex-Appeal haben. Das reicht mir.“

Und weiter: „Beim Kleiderkauf schließe ich meine Augen und verlasse mich auf mein Fingerspitzengefühl – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich trage nur Kleidung, die ich auch mit geschlossenen Augen als schön und als angenehm empfinde. Die Haut ist der beste Ratgeber. Die Optik eines Kleidungsstücks verführt häufig zu Fehlkäufen. Dann trägt man das Kleid zum ersten Mal bei einem Fest und merkt, dass es eigentlich zwickt und dass der Rock die Unterhose zeigt“, so Kaufmann, die auf  Pilates, Flexi-Bar und Yoga schwor: „Egal, was ich auch gerade tue: Ich nehme mir immer dafür Zeit und versuche es zu genießen. Das Leben besteht aus Augenblicken – genieße sie! Das ist ein Schlüssel zum Glück.“

Sie genoss selbst stille, „banale“ Momente wie etwa den Mistkübel vors Haus tragen, Bügeln und Kochen. Kaufmann: „Wenn die Hausfrau lernt, das Kochen zu genießen, dann kocht sie gesünder und besser.“

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Christine Kaufmann.

20170201

Hugo Portisch privat

Dr. Hugo Portisch

Hugo Portisch über die Liebe und den Tod...


Österreichs legendärer Journalist und Politik-Kenner Dr. Hugo Portisch kurz vor seinem 90. Geburtstag ...

Herr Dr. Portisch, wie halten Sie sich körperlich fit?

Hugo Portisch: Unter anderem, indem ich auf meinem Heimfahrrad radle. Das befindet sich allerdings in unserem Haus in der Toskana. 

Inwiefern macht sich Ihr Alter bemerkbar?

Portisch: Wenn meine Frau und ich Berge hinaufkraxeln, geht das heute langsamer als früher … 

Im Mai werden es 68 Jahre, dass Sie mit Ihrer Traudi, einer Buch-Autorin, verheiratet sind. Ihre Frau scheibt auch Gedichte. Hat sie schon einmal eines über Sie geschrieben?

Portisch (lacht): Nein! Gott sei Dank … Aber Liebesbriefe hat sich mir schon viele geschrieben. Und schreibt sie mir nach wie vor: Zu Weihnachten, zu Neujahr, zum Geburtstag … Ich revanchiere mich dann eigentlich sehr selten. Ich hab‘ keine Zeit (lacht). 

Aber im Laufe von 68 Jahren haben Sie ihr schon einmal zurück geschrieben?

Portisch: Jaja, natürlich.

Herr Dr. Portisch, vor fünf Jahren starb ihr Sohn Edgar, nach einer Tropenkrankheit, 61-jährig an einem Herzstillstand. Was hat Ihnen nach seinem Tod am meisten geholfen?

Portisch: Meiner Frau und mir hat das Wissen geholfen, dass unser Sohn ein wirklich voll erlebtes Leben geführt hat – so jung er war. Er konnte immer das tun, was ihm Freude gemacht hat. Das hielten wir auch für etwas sehr Wichtiges. Er sprach fünf Sprachen, hat gemalt, arbeitete im Europarat als Leiter des audiovisuellen Bereichs in der Pressestelle und entwickelte in Madagaskar ein kleines touristisches Zentrum mit einem Gästehaus, einem Restaurant etc.. Dort erkrankte er leider an einer tropischen Krankheit namens Bilharziose. Die ist in einem französischen Spital in Madagaskar allerdings ausgeheilt worden. Auf seinem Entlassungspapier stand: „Größtmögliche Schonung“. Doch er fuhr über drei Stunden lang nach Hause, um sich seinen Laptop zu holen. Da starb er an einem Herzstillstand. Am nächsten Tag sollte er zu Freunden auf die Nachbarinsel Réunion reisen, wo er sechs Wochen lang bleiben sollte. Um dort zu arbeiten, brauchte er seinen Laptop …

Wie ist Ihre Einstellung zum Tod?

Portisch: Der Tod ist nur einen Lacher wert. Der Tod ist ein Teil des Lebens. Das muss man hinnehmen.

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Dr. Hugo Portisch.

20170130

Maria Großbauer über Kritik

Maria Großbauer

Maria Großbauer: „Meine Oma hat recht ...“


Frau Großbauer, Ihr Ehemann, Andreas Großbauer (42), ist Vorstand der Wiener Philharmoniker und steht dem Operndirektor nahe. Also meinen manche, Ihre Besetzung zur Wiener-Opernball-Lady sei eine Art „Freunderlwirtschaft“ gewesen …

Großbauer: „Erstens: Meine Aufgabe ist ein Ehrenamt. Zweitens: Ich glaube nicht, dass man dem Direktor vorwerfen kann, dass er jemanden gefragt hat, den er kennt. Drittens glaube ich, Kompetenzen aufweisen zu können. Aber es ist mir klar: Es gibt Menschen, die freuen sich mit einem, und solche, die das eben nicht tun. Meine 93-jährige Oma sagt oft: ,Jedem Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.‘ Sie hat recht.“

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Maria Großbauer.

20161208

Exklusiv

Gerald Vukits: Momente mit Promis
"Momente mit Promis 2016". In dieser aktualisierten Ausgabe dieses eBooks berichtet der Promi-Interviewer Gerald Vukits von seinen unvergesslichsten Erlebnissen mit Stars und Prominenten hinter den Kulissen in mehr als 20 Jahren. Von 1993 bis heute. >>WEITER

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20161207

Miriam Stein

Miriam Stein: „Nicht glauben, etwas Besonderes zu sein“


Frau Stein, Sie kommen im Fernsehen meistens so natürlich, so lieb rüber. Ist das nur gespielt oder sind Sie wirklich so?

Miriam Stein (lacht): Ich hoffe, dass wir alle, wenn wir privat unterwegs sind, natürliche Menschen sind. Allüren oder so etwas sind mir jedenfalls komplett fremd. Ich glaube, man würde mich in jedem Fall als bodenständig beschreiben.

War das früher auch schon so?

Stein: Ich glaube schon. Ich bin bei meiner Mama Marie-Louise in Wien aufgewachsen. Die wichtigsten Werte hat sie mir in der Erziehung mitgegeben. Ich bin nicht eine von denen, die glaubt, etwas Besonderes zu sein, nur, weil ich Schauspielerin bin. Ich definiere mich nicht da drüber. Es ist ein Beruf, und ich bin froh, ihn ausüben zu dürfen, aber er ist kein Grund dafür komisch zu werden. Und er ist nicht mein kompletter Lebensinhalt.

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Miriam Stein.

20161108

René Kollo über den Tod

René Kollo

René Kollo: „Gar nicht negativ“


Herr Kollo, was planen Sie im Ruhestand?

René Kollo: Auf eine ähnliche Frage antwortete Richard Strauss einmal: „Na sterben halt.“ (lacht)

Das ist eine Pointe …

René Kollo: Ja, aber eine, über die man sich mit 80 schon Gedanken macht. Mit 80 weiß man, da ist eine Grenze erreicht. Was jetzt noch kommt, ist schön, man freut sich. Aber man weiß auch: Na, irgendwann kommt der Sensenmann wie im „Jedermann“ und holt einen. Ich finde das auch gar nicht negativ. Wenn man heutzutage über den Tod spricht, kommen sofort entsetzte Reaktionen. Dabei wirst du geboren und weißt, dass du stirbst.

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit René Kollo.

20161107

Elina Garanca über Kinder

Elina Garanca

Elina Garanca: „Ich bin ,die Böse', die den Spaß versaut“


Frau Garanca, Ihre Mutter war Gesangslehrerin, und als solche zu Ihnen mitunter recht streng. Nun haben Sie und ihr Ehemann, der Dirigent Karel Mark Chichon, zwei gemeinsame Töchter – Cathy (5) und Cristina, die im Jänner drei Jahre alt wird. Sind auch Sie eine strenge Mutter?

Elina Garanca: Ich bin der „Sergeant Major“ (lacht)! Ich bin jedenfalls strenger als mein Mann. Er verwöhnt die Kinder. Die Mädchen haben ihn um den kleinen Finger gewickelt. Und ich störe meistens in dem Dreieck. Ich bin "die Böse", die da immer wieder reinstößt und den Spaß versaut (lacht). Ich hoffe nur, dass ich die Stärke, die ich als Frau habe, den Mädchen dann weitergeben kann, wenn sie etwas Ernsteres brauchen. Dass sie dann zu mir kommen. Und keine Angst haben, mit mir etwas zu besprechen, was sie mit einem Mann nicht machen können. Ich bin der Meinung: Väter müssen ihre Töchter verwöhnen. Aber eine gewisse Ordnung gehört auch in die Familie. Wissen Sie, hinter dem stärksten Präsidenten ist immer noch eine stärkere Frau. Und auch das möchte ich meinen Mädchen irgendwie weitergeben.

Fällt es Ihnen denn immer leicht, streng zu sein?

Elina Garanca: Man wird müde … Immer die Zicke zu sein und zu sagen: „Nein!“, „Nichts Süßes, erstmal essen!“, „Ordnung bitte!“ und so weiter – irgendwann ist das langweilig. Aber ich glaube, das ist einfach die Mutter-Rolle. Die muss ich durchziehen (schmunzelt).

Ihre Kinder begleiten Sie häufig, wenn Sie und Ihr Mann beruflich verreisen …

Elina Garanca: Ja. Auch in den vergangenen fünf Wochen waren sie bei uns. Ich bin erschöpft und ausgelaugt. Mein Mann dirigiert, ich singe, dann kommen wir nach Hause und wollen mitunter eine Schonzeit haben. Das geht aber nicht … Jetzt habe ich aber Auftritte in Paris, wohin ich alleine fahre. Diese Zeit werde ich mir ein bisschen für mich nehmen. Ich habe festgestellt: Nur Mutter zu sein, ist mir zu wenig. Aber nur Künstlerin zu sein auch. Wenn ich mit meinen Auftritten zufrieden bin, bin ich auch die bessere Mutter. Und wenn ich eine schöne Zeit mit meinen Kindern verbracht habe, bin ich eine entspanntere Sängerin. Natürlich wünsche ich mir, dass ich das oder das bei meinen Kindern nicht verpasst hätte – so habe ich es nicht gesehen, als meine ältere Tochter ihre ersten Schritte gemacht hat, eben, weil ich weg war. Dennoch glaube ich, dass die Zeit, die mein Mann und ich mit den Kindern verbringen, vielleicht weniger ist, als in anderen Familien, dafür aber vollblutiger, konzentriert und sehr intensiv. Ich meine, ein durchgehend arbeitender Mensch, der geht ja auch und gibt die Kinder um 8 Uhr in den Kindergarten und holt sie um 18 Uhr wieder ab. Danach einkaufen, baden und ab ins Bett. Wir verbringen manchmal vier Tage hintereinander nur mit den Kindern.

Wie reagieren eigentlich Ihre Kinder auf Ihre Gesangskünste?

Elina Garanca: Mitunter schauen sich mich ein bisschen verwirrt an und fragen sich: „Warum ist das jetzt so laut?“ Wenn ich im Auto Lieder mitsinge, sagt meine ältere Tochter, ich soll nicht singen, weil, sie will singen. So gesehen, ist es mir eigentlich gar nicht erlaubt, im Auto zu singen. Dafür fragen mich meine Kinder, ob ich ihnen abends, zum Einschlafen etwas vorsinge. Dann wollen sie schon ein bisschen meine Stimme hören. Meistens summe ich dann leise ein Wiegenlied ganz nah an ihren Ohren. Zum Beispiel: „Guten Abend, gut‘ Nacht“. Das gefällt ihnen.

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Elina Garanca.

20161029

Senta Berger Interview

Senta Berger: „Diese kleine Sorge um meine Kinder werde ich nie ablegen“


Der neue Kinofilm „Willkommen bei den Hartmanns“ hat die Flüchtlingskrise zum Inhalt. In der weiblichen Hauptrolle ist die gebürtige Wienerin Senta Berger (75) zu sehen. Als „Angelika Hartmann“ spielt sie eine frisch pensionierte Lehrerin und Mutter einer von Alltagsproblemen geplagten gutbürgerlichen Familie. Eines Tages beschließt Berger als Angelika Hartmann, einen Flüchtling aufzunehmen – den Nigerianer Diallo (Eric Kabongo). Mit seiner charmant-naiven Art wirbelt er das Leben der Hartmanns ziemlich durcheinander. Im Interview äußert sich Senta Berger über diesen Film und auch darüber, ob sie selbst einen Flüchtling aufnehmen würde …

Frau Berger, inwiefern ist dieser neue Kino-Film, „Willkommen bei den Hartmanns“ nach dem Drehbuch und unter der Regie Ihres Sohnes Simon Verhoeven (44), wichtig für die Gesellschaft?

Senta Berger: Die Familie Hartmann ist ein Spiegel unserer Gesellschaft mit ihren vielfältigen Meinungen, Urteilen und Vorurteilen. Innerhalb der Familie wird mit den unterschiedlichsten Argumenten diskutiert und damit auch die verschiedenen Haltungen in unserem Land wiedergegeben. Humor ist immer gut, um ein Thema ernsthaft zu gestalten. Schon Shakespeare hat den Narren eingeführt, der uns Wahrheiten sagt und uns dennoch lachen macht. Oder Nestroy, - ein Meister an Zeitkritik und Humor. Natürlich kann der Film keine Antworten, keine Lösungen geben, aber er stellt Fragen, – ohne dem Zuschauer eine Lektion erteilen zu wollen. Das ist angenehm. Ich denke aber, die Zuschauer werden sich nach Ende des Films Fragen stellen, sich mit anderen über das Thema unterhalten. „Unterhalten" ist ein gutes Wort.

Wie ist Ihre Meinung in der Flüchtlings-Debatte: „Herzlich willkommen“ oder „Grenzen dicht!“?

Senta Berger: Das ist eine Schwarz-Weiß Frage.Wir müssen sehen, wie sich die Situation in den Kriegsländern und dazu gehören sicher auch die afrikanischen Länder, entwickeln. Dort, am Ursprung des Elends, müssten wir ansetzen. Das sagen wir schon seit mindesten 30, 40 Jahren. Und wenn das nun langsam anläuft, ein Programm der Arbeitsbeschaffung in Afrika zum Beispiel, wird es lange, lange dauern, bis es greift. In der Zwischenzeit werden wir Schritt für Schritt, Tag für Tag Entscheidungen treffen müssen. Ich sorge mich, weil ich denke, dass wir nur bis zu einem gewissen Maß Menschen integrieren können. Deshalb müssen wir jetzt vernünftig sein und festlegen, dass jeder, der zu uns kommt, sich auch an unsere Gesetze hält – unabhängig von praktizierter Religion, Biografien und der individuellen Vergangenheit.

Wann würden Sie Flüchtlinge in Ihrem Privathaus aufnehmen?

Senta Berger: Für eine Flüchtlingsfamilie, für einen Flüchtling muss man zuallererst Zeit haben. Für ihn, für sie da sein. Ihn begleiten, ihn einweisen in unsere Gesellschaft, ihm zuhören, mit ihm, für ihn entscheiden können. Das alles geht nur, wenn einer in der Gastfamilie ein geregeltes Leben führt.

Sie haben zum ersten Mal mit Ihrem Sohn, Simon Verhoeven, gedreht. Wie war’s?

Senta Berger: Es war sehr besonders und schön, aber auch sehr fordernd. Ich habe meinen Sohn während der Dreharbeiten von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Welcher Mutter ist es schon vergönnt, ihr Kind über einen Zeitraum von zwei Monaten im Berufsleben zu erleben? Schon am ersten Drehtag war es, als hätten wir nie etwas anderes gemacht. Als wäre er nie klein gewesen, als hätte ich nie gesagt: „Hast du dir die Hände gewaschen?“ und er: „Mama, wo gehst du hin?“ Plötzlich waren wir beide gleich alt. Es war einfach eine wunderschöne Zusammenarbeit, und ich habe seine Ausgeglichenheit am Filmset bewundert. Privat ist er mir gegenüber manchmal ein bisserl ungeduldig … (lacht) Natürlich gibt es immer noch einen kleinen, mütterlichen Sorgen-Kern in mir, der ihn fragt, ob er genug gegessen hat. Oder ob ihm kalt ist und er nicht lieber einen Pullover anziehen will. Ich finde das nicht schlimm. Diese kleine Sorge um meine Kinder werde ich auch nie ablegen. Hoffentlich muss ich mir nie andere machen! 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Senta Berger.

20161022

Martina Gedeck über Glück und Aberglaube

Martina Gedeck, 2016 in "Gleißendes Glück"
Martina Gedeck

Martina Gedeck: „Ich bin ein bisschen abergläubisch“


Frau Gedeck, im neuen Kinofilm „Gleißendes Glück“ begeben Sie sich auf Glücks-Suche, auf Sinnsuche: Als Helene Brindel möchten Sie vor Ihrem gewalttätigen Ehemann Christoph (Johannes Krisch) fliehen und lernen einen von Ulrich Tukur gespielten Glücks-Ratgeber-Autoren kennen. Doch, auch er hat seine Probleme …

Martina Gedeck: Dieser von Ulrich Tukur dargestellte Autor Eduard E. Gluck ist pornosüchtig! Helene Brindel, die ich spiele, gibt ihm die Möglichkeit, dass er wieder eine normale Beziehung zu einer Frau haben kann.

Was raten Sie einer Frau, die von Ihrem Partner gedemütigt und geschlagen wird?

Martina Gedeck: Wenn man körperlicher Gewalt ausgesetzt ist, sollte man in jedem Fall gehen. Ich finde, das ist ein dermaßen schlimmer Übergriff. Ich persönlich würde das niemals aushalten. Es gibt natürlich auch die psychische Ebene, die genauso schlimm sein kann. Aus solchen Beziehungen muss man sich lösen.

Was ist der Sinn des Lebens?

Martina Gedeck: Die Liebe zum Leben ist für mich das Wichtigste. Diese äußert sich in einer Grundstimmung, die ich als Lebensfreude bezeichnen würde. Ich glaube, dass jeder Mensch mit einer Grund-Lebensfreude auf die Welt kommt. Und dass die Lebensfreude die Sehnsucht der Menschen ist.

In dem Regisseur Markus Imboden (61) haben Sie einen Lebensgefährten, und Sie haben einen Beruf, der Ihnen viel Freude bereitet. Sind Sie glücklich?

Martina Gedeck: Ja! Das möchte ich allerdings nicht zu sehr ausbreiten, weil es mir sonst vielleicht genommen wird. Da bin ich ein bisschen abergläubisch.

Wie äußert sich Ihr Aberglaube? Stichwort: Schwarze Katze … 

Martina Gedeck: (lacht) Ja! Genau! Schauspieler sind per se abergläubisch. Das kriegt man quasi vererbt. So dürfen wir auf der Bühne nicht pfeifen, weil das angeblich Unglück bringt. Schuhe darf man auch keine auf den Tisch stellen. Daran halte ich mich auch. Und wenn eine schwarze Katze meinen Weg von links nach rechts kreuzt, kann man den Zauber oder Fluch angeblich aufheben, indem man den Weg der Katze dann dreimal kreuzt. Das mache ich ab und zu.

Sie haben schon mit internationalen Stars wie Matt Damon, Robert De Niro, Angelina Jolie und Alec Baldwin gedreht. Bleiben Sie bei solchen Begegnungen cool?

Martina Gedeck: Natürlich war ich professionell bei der Sache, aber, da war schon auch ein unglaubliches Gefühl dabei und ein bisschen Scheu. Gerade bei Robert de Niro, den ich immer verehrt habe und immer noch verehre. Die Dreharbeiten für den Film „The Good Shepherd“ („Der gute Hirte“) vor etwa zehn Jahren, wo ich mit diesen Kollegen gedreht habe, waren für mich ein ganz besonderer Höhepunkt meiner Laufbahn. Ebenso die Dreharbeiten mit Jeremy Irons für „Nachtzug nach Lissabon“ im Jahre 2012.

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Martina Gedeck.

20161013

Fräulein Mai über ihren Schicksalsschlag

Fräulein Mai, vormals Missy May
Fräulein Mai

"Fräulein Mai" war nicht immer nach lachen zumute ...


Die Wiener Sängerin „Fräulein Mai“ (30), die sich früher "Missy May" nannte,  ist Jurorin in der ORF-Show „Die große Chance der Chöre“. Mitte November erscheint ihr neues Album "Frösche, Prinzen, Petticoats". Doch so gut ging es ihr nicht immer ...

Zwei Wochen vor ihrer Matura starb ihr Vater. Damals war sie 18 Jahre alt ...

"Ich bin trotzdem zur Matura angetreten", erzählt die Künstlerin. "Mein Vater, sein Name war Gerd, war mein bester Freund. Und sein Tod war für mich die Hölle. Ich wollte nicht antreten. Aber ich hatte eine tolle Deutsch-Lehrerin, die zu mir gesagt hat: „Schau, es bringt dir überhaupt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Dein Weg geht weiter. Dein Papa hätte nicht gewollt, dass du jetzt alles hinschmeißt. Mein Vater wurde 60 Jahre alt. Wir wissen bis heute nicht, warum er gestorben ist. Er hatte ein komplettes Organversagen, wir wissen aber nicht, warum. Er war im Spital und stand vor einer Nieren-Operation … Das Lied ,Fliegen' auf meinem neuen Album widme ich ihm. Er sagte immer: ,Wer nicht vom Fliegen träumt, dem wachsen keine Flügel.' Und: ,Wer nicht nach oben schaut, kann nie die Sonne sehen.' Mein Vater war Jurist, aber auch Bauleiter bei den Ringstraßen-Galerien und Förderer der Band ,Hallucination Company' … Ein totaler Tausendsassa, den ich immer noch sehr vermisse", so die verheiratete Sängerin, die Mutter eines Kindes ist. 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Fräulein Mai.

20160930

Anita Hegerland Interview

Roy Blacks Anita erinnert sich an ihre Zeit als Kinder-Star...


Am 9. Oktober jährt sich Roy Blacks Todestag zum 25. Mal. Er starb in seiner Fischerhütte in Oberbayern (D) an Herzversagen und wurde nur 48 Jahre alt. Neben seinen Schlager-Hits wie „Ganz in Weiß“ oder „Du bist nicht allein“, erfreut sich bis heute ein Duett großer Beliebtheit: „Schön ist es auf der Welt zu sein“ sang er 1971 mit dem damaligen norwegischen Kinderstar Anita Hegerland (55) …

„Roy Black war unglaublich lieb zu mir. Eine Kombination aus väterlichem Freund und Kumpel. Er hat mich beschützt. Und wenn ich aufgeregt war, hat er meine Hand genommen und Witze gemacht. Ich werde ihn nie vergessen“, erinnert sich Anita Hegerland, die am 3. März 1961 in Sandefjord (Norwegen) geboren wurde. Entdeckt wurde sie 1968 auf einer Kinder-Weihnachtsfeier in ihrer Gemeinde.

Mit zehn Jahren wurde sie auch in Deutschland und Österreich bekannt – als sie gemeinsam mit Roy Black „Schön ist es auf der Welt zu sein“ sang. In einer TV-Show wurde sie damals gefragt:
„Anita, wie alt bist du?“
Sie antwortete: „10!“
„Und was willst du einmal werden?“ frug der Moderator weiter.
„11!“, lachte das Kind.
Die Zuschauer waren begeistert.

Von Roy Black hat Anita Hegerland als persönliches Andenken ein goldenes Armband geschenkt bekommen. „Mit einer Schildkröte als Anhänger. Da es in unserem Lied heißt: ,Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem Stachelschwein‘ wollte er mir als Anhänger eigentlich ein Stachelschwein schenken. Doch so etwas hat er nicht gefunden. Also wurde es die Schildkröte, weil er wusste, dass ich Schildkröten sehr mag. Als Roy Black mir diesen Talisman überreichte, sagte er: ,Ich wünsche dir ein langes Leben‘“, erzählt die nach wie vor aktive Sängerin. 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Anita Hegerland.

20160907

Vera Russwurm: Dramatische Momente

Vera Russwurm: „Mein Mann lief rot an, röchelte und stürzte …“


Am Samstag, dem 17. September, startet Vera Russwurms neue, wöchentliche Fernsehsendung „VERA. - Das kommt in den besten Familien vor“ (22 Uhr, ORF2). Darin spricht sie mit Menschen, die erzählen, wie sie Schicksalsschläge und große Probleme wie etwa Ehebruch oder Mobbing meistern. Mit Gerald Vukits plauderte Vera Russwurm auch über dramatische Momente in ihrem Privatleben.

Frau Dr. Russwurm, in Ihrer neuen Sendung sprechen Sie mit Menschen, die psychische und emotionale Krisen zu bewältigen hatten bzw. haben …

Vera Russwurm: Mir ist es wichtig zu zeigen, dass niemand, der gerade vor dem Fernseher sitzt, mit seinem Problem ganz allein ist. Es gibt immer andere, die Vergleichbares schon erlebt haben. Es ist irgendwo immer ein Trost, wenn man das Gefühl hat, nicht allein zu sein. Es gibt ja sehr oft Lösungen! Und man soll sich nicht scheuen, Hilfe anzunehmen. Egal von wem. Nichts ist so schlecht, als wenn man alles in sich hineinfrisst. Man muss reden!

Und was, wenn man keine entsprechende Vertrauensperson hat?

Vera Russwurm: Dann muss man Hilfe eines Seelen-Profis annehmen. Das muss nicht der Psychiater oder Psychotherapeut sein. Das kann auch ein einfacher Coach sein, wenn er den richtigen Nerv trifft und auf den richtigen Knopf drückt.

Mussten Sie als ausgebildete Medizinerin, die nie als Ärztin gearbeitet hat, jemals Erste Hilfe leisten?

Vera Russwurm: Nein. Einmal, vor über zehn Jahren, habe ich gefürchtet, dass es passieren wird. Mein Mann und ich waren zu einem feinen Essen eingeladen. Und dort sorgte mein Mann für eine „Einlage“ …

Bitte erzählen Sie!

Vera Russwurm: Mein Mann hat beim Essen – es war nicht Fisch – irgendwas falsch in die Luftröhre bekommen. Er lief rot an, röchelte und stürzte auf alle Viere auf den Boden. Auf den Rücken klopfen hat nichts mehr geholfen. Ich überlegte, mit einem spitzen Messer einen Luftröhrenschnitt zu machen und war schon am Sprung. Doch dann hat er den Essensrest doch noch selbst rausgehustet. Im Grunde genommen, weiß man allerdings nie, wie man in dramatischen Situationen wirklich reagiert. Ein anderes Mal habe ich völlig falsch reagiert …

Was geschah da?

Vera Russwurm: Unsere zweitälteste Tochter Florentina war damals 2 Jahre alt, sie saß beim Esstisch auf meinem Schoß. Ihre Schwester Yara war 4 Jahre alt. Yara mit ihren langen Haaren saß uns gegenüber, neben meinem Mann. Auf einmal beugte sich Yara zu mir herüber und bemerkte zunächst gar nicht, dass ihre langen Haare in die Flamme der am Tisch stehenden Kerze kamen. Zisch! Und ich …? Ich schaute sie einfach nur an und machte nichts! Ich war erstarrt. Da schlug mein Mann mit bloßen Händen auf das brennende Haar unserer Tochter um es zu ersticken. 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Vera Russwurm.

20160901

Thomas Stipsits und die Angst

Thomas Stipsits: „Meine Angst ist ein Teil von mir“


Herr Stipsits, Sie wirken im TV meistens sympathisch ... 

Thomas Stipsits: „Das passiert mir einfach irgendwie … Obwohl, in der Schule habe ich nicht unbedingt zu den Beliebtesten gehört. Zumindest nicht beim Völkerball spielen. Da war ich eher immer einer der Letzteren, der ins jeweilige Team gewählt wurde. Nicht nur wegen meiner sportlichen Leistung. Als Kind und als Jugendlicher habe ich lange nicht genau gewusst: Wo gehöre ich dazu? Zu meiner Zeit waren die Skater irgendwie in. Auch da habe ich probiert, irgendwie dabei zu sein. Das ist mir aber nie gelungen. Und was Musik betrifft, haben damals die meisten in meiner Clique Nirvana gehört. Ich Georg Danzer. Ich war zwar kein Außenseiter in dem Sinn, sondern eher jemand, der überall so ein bisserl dazugehört hat, aber nie so wirklich wo. Jedenfalls war ich schüchtern.“

Mit 25 Jahren waren Sie bereits als Kabarettist erfolgreich ... 

Thomas Stipsits: "... doch mich übermannte ein Minderwertigkeitsgefühl. Ich dachte mir: ,Eigentlich verdiene ich diesen Erfolg gar nicht.‘ Das war damals mit Depressionen verbunden und mit Angstzuständen. Ich hatte irrsinnige Panik-Attacken. Das war ganz furchtbar. Ich hatte Angst vor der Angst. -Phonophobie: Ich stieg ins Auto ein und wartete darauf, dass ich wieder Angst bekam … In einer Vorstellungs-Pause dachte ich: ,Was ist, wenn die Zuschauer jetzt alle auf die Bühne rennen und mich tot trampeln?‘ Solche Gedanken-Gänge sind da dahergekommen. Nach Vorstellungen hat es mich manchmal eine Riesen-Überwindung gekostet, mich zu meinem DVD-Stand zu stellen, um meine Produkte an den Mann zu bringen. Da wollte ich mit niemandem reden. Nach einer beruflichen Auszeit von drei Monaten ging es mir wieder besser. – Dank eines inzwischen verstorbenen Arztes, der auf Panik-Attacken und Angstzustände spezialisiert war. Ich habe gelernt, mit meiner Angst umzugehen. Ich weiß, das ist ein Teil von mir.“

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Thomas Stipsits.

20160830

Alf Poier Interview

Alf Poier
Alf Poier

Alf Poier: "Der Körper holt sich, was er braucht"


Am 18. September geht der Kabarettist Alf Poier (49) mit seinem neuen Programm „The Making Of DADA" auf Österreich-Tournee. In den vergangenen zwei Jahren hatte er sich aus gesundheitlichen Gründen weitgehend zurückgezogen, jetzt möchte der Steirer wieder durchstarten. Das Interview.

Herr Poier, Ihr neues Kabarett-Programm trägt den Titel „The Making Of DADA“.  Dadaismus oder Dada war eine künstlerische und literarische Bewegung, die vor 100 Jahren in Zürich (CH) gegründet wurde und sich durch Ablehnung „konventioneller“ Kunst bzw. Kunstformen – die oft parodiert wurden – und bürgerlicher Ideale auszeichnete. Es war eine Revolte gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst, die die Gesellschaft ihrer Zeit und deren Wertesystem ablehnten. Traditionelle Kunstformen wurden deshalb satirisch und übertrieben verwendet ...

Alf Poier: „Vor 100 Jahren war die Situation ähnlich wie heute. Damals war es, bedingt durch Eisenbahn und Telegraph, ebenfalls eine schnelllebige Zeit. Die Zeit der Erschöpfung. Heute ist es eben Facebook, Twitter und eBanking. Man hat das Gefühl, den Leuten steht alles an. Es ist alles irgendwo an der Grenze. Auch politische und wirtschaftliche Entwicklungen zeigen sehr viele Parallelen zur damaligen Zeit. Ich bin ein totaler Gegner dieser ganzen Digitalisierung – dadurch wird nämlich keiner glücklicher. Auf der einen Seiten regen sich die Leute über die mögliche Abschaffung des Bargelds auf. Auf der anderen Seiten zahlen alle mit Kreditkarte und eBanking …“

In den vergangenen zwei Jahren hatten Sie wegen Magenproblemen, zurückzuführen auf Stress und ungesunde Ernährung, ziemlich pausiert ...

Alf Poier: „Wenn man nicht auf seinen Körper hört, wird der Körper einmal solche Probleme bereiten, dass man hören muss. Der Körper holt sich das, was er braucht. Mein Körper hat eine berufliche Pause gebraucht. Sie war gut für meinen Magen. Jetzt geht es mir wieder gut. Auf Kaffee verzichte ich allerdings weiterhin.“

Brauchen Sie die Bühne?

Alf Poier: "Ja! Weil ich ein Endorphin-Junkie geworden bin. Du hast gewisse Ausschüttungen auf der Bühne, die hast im Privatleben nicht so leicht: Drogen interessieren mich nicht. Sex? Kann man eine Zeitlang haben jeden Tag, aber irgendwann wird das auch fad. Somit bleibt für mich die Bühne, wo gewisse Endorphine frei werden. Ich hab es ja auch mit Meditation, Mystik und Zen-Buddhismus versucht. Das hat mir alles nicht geholfen. Bei der Meditation hole ich mir bestenfalls eine Thrombose, aber keine Erleuchtung.“

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Alf Poier.

20160826

Kira Grünberg Interview

Kira Grünberg: „Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen“


Am 30. Juli 2015 verletzte sich die Tiroler Stabhochspringerin Kira Grünberg (23) bei einem Trainingsunfall schwer. Aus vier Metern Höhe landete sie vor der Matte und kam mit dem Hals auf dem hinteren Ende des Einstichkastens auf. Seither ist sie querschnittgelähmt (Bruch des fünften Wirbels der Halswirbelsäule, massive Beschädigung des Rückenmarks auf Höhe des sechsten Halswirbels). Anstatt bei den kürzlich zu Ende gegangenen Olympischen Sommerspielen in Rio de Janiero (Brasilien) um eine Medaille zu kämpfen, freut sie sich über kleine gesundheitliche Fortschritte. – Und präsentiert stolz ihr Buch …

Frau Grünberg, in Ihrem neuen Buch „Mein Sprung in ein neues Leben“ schildern Sie ausführlich die Zeit vor und nach Ihrem Unfall. Sie schreiben: „Das Leben ist schön. Auch im Rollstuhl.“ Was sind derzeit Ihre größten Freuden des Tages?

Kira Grünberg: Ganz ehrlich? Auszuschlafen und den Tag etwas ruhiger als früher zu beginnen. Während meiner Sportkarriere hatte ich immer Stress zwischen Bundesheer, Training, Wettkampf, Reisen, Terminen. Obwohl ich jetzt gerade rund um die Erscheinung meines ersten Buchs auch viel unterwegs bin, ist alles etwas langsamer geworden und das genieße ich richtig.

Sie schreiben über Ihre Lernfortschritte. Welchen haben Sie denn zuletzt gemacht?

Kira Grünberg: Ich mache im Moment eher kleine Fortschritte. Mein großes Ziel ist es, vom Bett alleine in den Rollstuhl zu gelangen. Dafür brauche ich die Restfunktion in meinem Trizeps und daran arbeiten wir täglich hart. Beim Gemüse schneiden werde ich schön langsam zum Profi, das geht schon richtig gut.

Sie betrachten Ihren Unfall als vorherbestimmt, „als ein Schicksal, dem man nicht entrinnen kann“. Haben Sie einen Lieblingsspruch zum Thema Schicksal?

Kira Grünberg: Ja, ich glaube von Schopenhauer: „Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.“

Nach Ihrem Unfall war es für Sie schlimm, wenn in Ihrer Gegenwart aus Mitleid geweint wurde. Stimmt es, dass Sie selbst niemals Selbstmitleid verspürten?

Kira Grünberg: Ja. Ich weiß selbst nicht genau, warum. Es gibt laut Experten vier Phasen der Verarbeitung von Schicksalsschlägen inklusive Verzweiflung, und ich habe scheinbar die ersten drei Phasen sofort übersprungen und habe bei Phase 4 – Akzeptanz – begonnen. Natürlich hat es mir sehr geholfen so ein starkes Umfeld zu haben. Jeder hatte seine Rolle und die perfekt erfüllt.

Wollen Sie Ihren Freund Christoph, mit dem Sie seit sechs Jahren zusammen sind, heiraten?

Kira Grünberg: Wir sprechen da nicht so darüber … Aber er ist eine ganz große Stütze und ich bin so stolz auf ihn, wie gut er mit der Situation umgeht.

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Kira Grünberg.

20160816

Dolores Schmidinger im Interview über Geldnöte, ihr Single-Dasein und Depressionen

Dolores Schmidinger
Dolores Schmidinger daheim auf ihrem Schaf "Orlando"

Dolores Schmidinger: „Ich brauche Urlaub, doch mir fehlt das Geld“


Frau Schmidinger, früher habe ich Sie in einem Haus mit Garten besucht, jetzt wohnen Sie in einer kleinen Wohnung. Warum das? 

Dolores Schmidinger: Ja weil mir das Haus für 1400 Euro pro Monat zu teuer wurde. Davor hatte ich ein noch größeres Haus, das ich aber wegen Schulden verkaufen musste. Mit Geld konnte ich nie umgehen. Das habe ich nie gelernt. Ich habe zu lange über meine Verhältnisse gelebt. Bis vor kurzem habe ich nie aufs Konto geschaut. Das haben Leute für mich gemacht. Jetzt bin ich halt im Schock … Seit einem Jahr wohne ich nun kleiner und lebe von meiner Pension. Allein 780 Euro zahle ich für die Wohnung, dazu kommt ein altes Leasing-Auto …

Kommen Sie mit Ihrer Pension aus?

Dolores Schmidinger: Nein! Ich müsste was dazu verdienen. Aber ich glaube, es fällt den Film- und Theater-Leuten zu mir nichts ein. Ich bin zu speziell, polarisiere zu sehr. Ich bin nicht mainstreamig. Und der Mainstream regiert, samma uns ehrlich.

Was wünschen Sie sich zum Geburtstag?

Dolores Schmidinger: Eine Reise! Ich bin arthritisch und brauche die Hitze. Ich bin dreimal in der Sonne gelegen, und die Arthritis meiner Hände war gleich besser. Am liebsten würde ich im Oktober nach Zypern fliegen. 14 Tage in einem Vier-Sterne-Hotel - das wär’s! Aber ich habe die 2000 Euro nicht.  

Sind Sie Single?

Dolores Schmidinger: Selbstverständlich! Ich will mir keine Körbe holen. Dazu kommt meine komplizierte Erotik, dass ich nur auf Männer stehe, die mich schlecht behandeln. Ich bin froh, dass das vorbei ist. Es ist g’miatlicher jetzt. Verliebt war ich zuletzt vor neun Jahren.

Vor vier Jahren erschien Ihre Autobiografie mit dem Titel „Ich hab sie nicht gezählt“, in der Sie von zahlreichen amourösen Abenteuer berichteten …

Dolores Schmidinger: Das waren „Auszüge“! (lacht) Derzeit schreibe ich an der Fortsetzung meiner unartigen Biografie, gemischt mit Theater-Anekdoten. Also mit Sex und Theater. Eigentlich wollte ich es schon voriges Jahr schreiben. Aber ich war lange krank.

Was war los?

Dolores Schmidinger: Ich hab eine Dauer-Lungenentzündung gehabt. Und ein bissl „Depri“, weil wenig Arbeit. Es war nicht gut voriges Jahr.

Wie finden Sie aus Depressionen heraus?

Dolores Schmidinger: Ich krieg eh eine Medikation. Ich habe ein Dauer-Antidepressivum. Und arbeiten! Arbeiten ist das G‘scheiteste. Ich bin ja nicht gewöhnt, nicht zu arbeiten. Und wenn du dann so drinnen hängst, kannst dich zu nichts aufraffen. Wenn dann Arbeit kommt, geht’s mir wieder besser. Depressionen sind eine Krankheit im Hirn. Da treffen sich die Endorphine nicht. Ich sehe das immer so vor mir: Die Glückshormone wollen sich die Hand geben, kommen aber nicht zueinander. Da ist eine Wand dazwischen.

Wo ist die Grenzen zwischen „nicht gut drauf sein“ und Depressionen?

Dolores Schmidinger: Das spürst schon. Das kann ich schwer erklären. Eine Depression ist elend. „Seelisches Zahnweh“ würde ich sagen.

Sind Sie manchmal einsam?

Dolores Schmidinger: Nein! Ich habe ja meine Freunde und meine Familie; vier Enkelkinder … Wenn sie mich besuchen, mache ich lustige Sachen mit ihnen: Kino oder so. Ich muss jetzt schauen, dass ich jede Woche ein Enkelkind fix einplane. Aber ich bin nicht die kochende Glucke, die mit den Enkerln Kuchen bäckt. Um Gottes willen! Ich will eine „coole Alte“ sein. Und mein aktuelles Kabarettprogramm „Einfach Schmidinger“ möglichst oft aufführen. 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Dolores Schmidinger.

20160810

Lilian Klebow Interview

Lilian Klebow
Lilian Klebow

Lilian Klebow: „Ich habe nicht den Drang, mich auszuziehen“


Frau Klebow, wenn gemeldet wird, dass wieder einmal ein Asylwerber „zugeschlagen“ hat, fordern viele: „Grenzen dicht!“ Wie denken Sie darüber?

Lilian Klebow: Bei dem Anschlag im und rund um das Olympia-Einkaufszentrum, im Juli in München, der dort passiert ist, wo ich aufgewachsen bin, habe ich mir gedacht: „Bitte, bitte, lass es kein Verbrechen sein, das irgendwie IS-bezogen ist …“ Meine 90jährige Oma ist im Krieg selbst geflohen und sagt: „Bitte, vergesst nicht, dass die Flüchtlinge Menschen sind. Mir haben sie damals auch die Türe vor der Nase zugeschlagen …“ Es gibt überall schwarze Schafe. Die gibt es auch unter uns Deutschen und Österreichern.

Sie kennen das Olympia-Einkaufszentrum in München gut?

Lilian Klebow: Ja. Dort habe ich sogar einmal gearbeitet. Mit 16, 17 Jahren – an einer Supermarkt-Kasse. Als nun der Amoklauf war, habe ich München, wo meine Eltern wohnen, gerade mit dem Auto verlassen und habe auf der Autobahn, in der Gegenrichtung, die Einsatzkräfte gesehen. Im Radio gab es zunächst nur wage Informationen. Sofort rief ich meine Eltern an und sagte: „Bitte, bleibt im Haus!“ Daraufhin stand ich zwei Wochen unter Schock.

Meiden Sie wegen der Terrorgefahr Großveranstaltungen?

Lilian Klebow: Es ist eine neue Form von Krieg, die jeden einfach so treffen kann. Das ist das Beängstigende. Ein Mann, der bei einem Anschlag in Paris seine Frau verloren hat, sagte jedoch danach: „Meine Angst bekommt ihr nicht!“ Das hat mir imponiert. Auch ich denke, man sollte keine Angst haben. Das Münchner Oktoberfest werde ich heuer – wie auch in den Jahren zuvor – meiden. Das hat aber andere Gründe: „Immer größer, immer schneller, immer weiter“ – das mag ich nicht. 

Einige Ihrer Kolleginnen ziehen sich für das Männermagazin „Playboy“ aus …

Lilian Klebow: Mhm …

Jetzt wäre meine indiskrete Frage, ob Sie auch schon einmal so ein Angebot hatten?

Lilian Klebow: Der „Playboy“ hat sich nicht für mich interessiert. Das fand ich aber ganz angenehm. Da kämpft die Feministin in mir. – Die nicht radikal ist, aber doch vorhanden. Ist es jetzt eine Befreiung der Frau, sich auszuziehen? Oder ist es eigentlich eine Zur-Schau-Stellung? Ich habe dazu eigentlich immer noch keine Meinung. Was mich betrifft, habe ich jedoch nicht den Drang, mich auszuziehen. 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Lilian Klebow.

20160730

Renate Holm über Liebe und Demenz

Renate Holm
Renate Holm: 2016 in ihrer Wiener Wohnung

Renate Holm wird 85 und ist nach wie vor aktiv


Am 10. August feiert Kammersängerin Renate Holm ihr 85. Wiegenfest. Das Interview.

Frau Holm, wie geht es Ihnen?

Renate Holm: Ich gebe nach wie vor Gesangsunterricht. Die Überwindung der Bequemlichkeit ist das Geheimnis, den Prozess des Älterwerdens zu verlangsamen. Wer sich Gehen lässt, leitet den Anfang vom Ende ein. 

Sie selbst hatten eine strenge Mutter...

Renate Holm: Sie hat mich autoritär erzogen. Bei Tisch lümmeln etwa, wurde nicht geduldet. Wenn ich beim Suppenessen ein bisschen schlürfte, fing ich gleich eine. Mutter lehrte mich Disziplin, was mir später als Künstlerin allerdings geholfen hat.

Sie wurden in Berlin geboren und zogen 1957 wegen eines Volksopern-Engagements nach Wien. Sie waren auf der ganzen Welt erfolgreich und sagen mit Stars wie Luciano Pavarotti, José Carreras, Plácido Domingo, Fritz Wunderlich, Rudolf Schock und vielen anderen. 28 Jahre lang begeisterten Sie an der Wiener Staatsoper. Sie wurden verehrt. Was mich interessiert: Waren Sie in jungen Jahren jemand, der mit Männern privat „gespielt“ hat?

Renate Holm: Also, bis 22 war man unberührt. Da gab es überhaupt nichts.

Und dann?

Renate Holm: Danach war ich mit Männern immer fair. Ich habe nie etwas herausgefordert, und es dann nicht gehalten. Wenn ich mit einem Flirt weit gehe und dann im letzten Moment Nein sage, ist das für meine Begriffe unmöglich und ganz unfair. Ich bin kein spielerischer Typ als Frau. Wenn ich verliebt war, und wenn sich was ergeben hat, dann war das immer für Jahre.

Von 1965 bis 1972 waren Sie verheiratet. Ihr bislang letzter Lebensgefährte, Curd, starb vor elf Jahren, 81jährig. Er litt an Demenz …

Renate Holm: Zunächst fielen ihm dauernd die Spaghetti von der Gabel. Dann begann er beim Gehen zu schlurfen. Er bekam große Gähn-Anfälle. Diagnostiziert wurden Durchblutungsstörungen im Gehirn. Die verengten Stellen waren inoperabel. Nach und nach wurde er dement.

Was ist für Sie das Wichtigste, was man als Partner, als Angehöriger mit einem demenzkranken Menschen machen kann?

Renate Holm: Bloß keine Vorwürfe! Ein Arzt riet mir, immer „Ja ja ja. Prima!“ zu sagen und immer drauf eingehen. Als Curd mit mir, obwohl er dazu nicht mehr in der Lage gewesen wäre, nach Paris fliegen wollte, antwortete ich: „Ja, klar. Aber warten wir doch noch ein bisschen ab.“ Seit seinem Tod bin ich jedenfalls allein. Kinder habe ich keine.

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Renate Holm.

20160729

Woran Peter Fröhlich gestorben ist ...

Peter Fröhlich, Anita Fröhlich
Peter Fröhlich mit seiner Ehefrau Anita

Peter Fröhlich tot: Jetzt spricht seine Witwe!


Der am 11. Juli verstorbene Schauspieler Peter Fröhlich wollte, dass sein Tod erst nach seiner Beisetzung bekannt wird. Das war der letzte Wille des Publikums-Lieblings, der vor allem als „Bezirksrat Schoitl“ im ORF-„Kaisermühlen Blues“ unvergesslich bleiben wird. Bis kurz vor seinem Tod plauderten Peter Fröhlich (er wäre am 29. August 78 Jahre alt geworden) und Gerald Vukits immer wieder miteinander. Nun sprach er mit seiner Witwe …

42 Jahre lag war Anita (72) mit ihrem Peter Fröhlich verheiratet. Jetzt, kurz nach seinem Tod, sagt sie: „Ich bin ganz durcheinander. Ich habe so viel zu erledigen. Mein Mann starb an einem Herzinfarkt. Es kam ganz plötzlich. Es war so heiß an diesem Tag … Es war furchtbar. Jetzt ist er in München, in unserem Grab. Ich wollte das Ganze in Ruhe haben. Und er auch. Deshalb wurde sein Tod auch erst zwei Wochen später bekannt gegeben.“

Sein Herz gehörte seit 46 Jahren seiner Ehefrau Anita, eine ehemalige Tänzerin aus München. Dort lebte das Paar, das 42 Jahre lang miteinander verheiratet war, bis vor einem Jahr, doch der Großstadt-Lärm habe ihn „nervlich kaputt gemacht“, wie er erzählte. Also bezog das Ehepaar Fröhlich eine Mietwohnung in Altaussee (St). „Mit Blick auf den Loser. Herrlich, diese Ruhe! Endlich kann ich wieder ungestört schlafen“, schwärmte er noch vor ein paar Monaten. Ob seine Frau jetzt in der Steiermark bleibt oder nach München zurückkehrt, weiß sie noch nicht. „Es ist alles noch zu frisch.“

Freunde hatte der Künstler kaum. „Ich hatte nie in meinem Leben sogenannte Freunde, mit denen ich alles durchgesprochen habe. Ich weiß nicht, warum das so ist. Ich bin ein Einzelkind, meine Mutter ist früh gestorben … Ich war immer unterwegs, wie ein Wolf, hin- und her streunend. Ich bin kein Kumpel-Typ, ich bin ein Einzelgänger. Die einzigen, mit denen ich noch irgendwie befreundet war, waren meine Gspusis. Doch, seitdem ich mit meiner Frau zusammen bin, ist sie auch mein bester Freund. Wenn wir Freunde hatten, dann waren das alles Kollegen meiner Frau. Nicht meine", sagte mir Peter Fröhlich einmal.

Von Krankheiten blieb Peter Fröhlich weitgehend verschont. „Mit 40 Jahren hatte ich zwei Netzhaut-Ablösungen hintereinander. Weil der Arzt einen Fehler gemacht hat, und zwei Tage später ist die wieder runtergegangen. 2013 wurde meine Carotis aufgeschnitten und ausgeputzt. Davor hatte sie sich immer mehr verstopft und verschlossen, und das ist gefährlich. Wenn man genau schaut, sieht man eine Narbe an meinem Hals …“
Sein Herzinfarkt ließ ihm nun keine Überlebenschance.

Am 13. November wollte Peter Fröhlich, der keine Kinder hatte, bei der 18. Wienerlied Rathaus-Gala in Wien auftreten. Lieder seiner neuen, selbstkomponierten CD „Servus in Wien“ werden dann wohl andere spielen. 

Interview-Auszüge von Gerald Vukits mit Peter und Anita Fröhlich.

20160714

Arnulf Praschs Ehefrau ...

Arnulf Prasch mit seiner Ehefrau Cornelia
Arnulf Prasch mit seiner Ehefrau Cornelia (Bild: Privat)

Arnulf Prasch: So schön ist seine Ehefrau ...


Am 4. April heiratete der TV-Präsentator Arnulf Prasch (51; "Wenn die Musi' spielt") seine Cornelia (36) in Venedig.

Herr Prasch, das ist aber nicht Ihre erste Ehe, oder?

Arnulf Prasch: Nein. Meine dritte! Aus meiner zweiten Ehe stammt meine Tochter Katherina (16). Nach der Trennung war ich lange Zeit alleinstehend. Meine nunmehrige Ehefrau Cornelia hat ebenfalls eine Tochter. Sie heißt Sarah (17). 

Wie haben Sie Ihre Cornelia kennengelernt und was macht sie beruflich?

Arnulf Prasch: Cornelia ist Physiotherapeutin am Klinikum Klagenfurt und hat nun auch eine private Praxis in Villach. Unser Kennenlernen hat mit der Feuerwehr zu tun. Ihr Vater ist nämlich ein Feuerwehrkamerad von mir, so haben sich dann schließlich unsere Wege gekreuzt.

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Arnulf Prasch.

20160713

"Seer"-Chef Fred Jaklitsch im Interview über Erfolg

"Seer" Astrid Wirtenberger, Fred Jaklitsch, Sassy Holzinger
"Seer" Fred Jaklitsch mit seinen Sängerinnen Astrid (li.) und Sassy (re.)

"Seer" Fred Jaklitsch: "Anfangs hatten wir keine Zuschauer"


Herr Jaklitsch, erinnern Sie sich noch an die Anfänge der „Seer“? 

Fred Jaklitsch: „Natürlich. Auch daran, dass zu unseren ersten Auftritten keine Zuschauer gekommen sind. Und die, die gekommen sind, haben den Kopf geschüttelt und gesagt: ,Das wird nie was.‘ Was uns wiederum provoziert und motiviert hat.“

Einmal spielten Sie auf einer Alm im Zillertal, und im Publikum waren nur ein paar Kühe …

Fred Jaklitsch: „Immerhin (lacht)! Ein anderes Mal, bei einem CD-Promotionsauftritt, war überhaupt niemand da. Nach einer Viertelstunde kam einer, und wir freuten uns. Wie sich schnell herausstellte, war das ein Rechtsanwalt, der uns wegen Lärmbelästigung verklagen wollte …“

Seit rund 15 Jahren sind „Die Seer“ durch Hits wie „Wilds Wossa“ und „Junischnee“ höchst erfolgreich. Zahlreiche Bands und Künstler haben am Höhepunkt ihrer Karrieren ganz bewusst aufgehört. Schwebt das auch Ihnen vor?

Fred Jaklitsch: „Ich möchte definitiv nicht mitansehen, wie dieses Projekt unter die Wahrnehmungsgrenze sinkt. Ans Aufhören denke ich nicht. Ich habe noch zu viele Lieder im Hinterkopf. Und momentan ist die Band so kompakt und spielfreudig wie nie zuvor. Außerdem sind der Publikums-Andrang und der CD-Verkauf fulminant. Jetzt über das Ende zu reden ist schon fast verwegen.“

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Fred Jaklitsch.

20160708

20160701

Foto: Grab von Peter Alexander

Peter Alexander Grab
Das Grab von Peter Alexander am Morgen nach seinem 90. Geburtstag

Das Grab von Peter Alexander am Tag nach seinem 90. Geburtstag ...


Mich hat interessiert, wie das Grab von Peter Alexander einen Tag nach seinem 90. Geburtstag aussieht. Also fuhr ich hin, auf den Grinzinger Friedhof in Wien ... Eigentlich rechnete ich mit einem Blumen-Meer ...  GV

20160528

Victoria Swarovski Interview über ihren Jugend-Job

Victoria Swarovski: "Jeder geht seinen Weg"


Bereits mit sechs Jahren begann Victoria Swarovski zu singen, mit 12 wusste sie, dass sie hauptberuflich Sängerin werden möchte. „Meine Mutter war am Anfang skeptisch. Sie meinte, es gäbe ja schon so viele andere gute Sängerinnen. Mein Papa wollte, dass ich vorher das Abitur, die Matura mache. In den Schul-Ferien arbeitete ich zum Beispiel bei McDonald’s. Dort nahm auch ich Bestellungen entgegen und bereitete Hamburger zu. Das hat mir Spaß gemacht. Bei Swarovski habe ich nie gearbeitet. Ich wollte einfach auch andere Sachen sehen. Wenn man glatte Haare hat, möchte man eben Locken – und umgekehrt …“

Nach dem Abitur in Deutschland hätten es ihre Eltern ganz gerne gesehen, dass ihre Tochter studiert.
„Doch ich wollte nicht studieren. Obwohl ich gerne lerne, wollte ich nicht jeden Tag dasitzen und zuhören. Da wäre ich mega-unglücklich geworden. Ich möchte was tun, kreativ sein. Zu meinen Eltern sagte ich: ,Wenn ihr mich studieren lässt, dann würde ich eingehen.‘ Das haben sie schließlich akzeptiert. Am Ende des Tages ist es ja mein Leben. Jeder geht seinen Weg. “

2010 erschien ihre Debüt-Single „One In a Million“, im Film „Die Chroniken Narnia 3“ sang sie im selben Jahr das Lied „There‘s a Place for Us“. 2014 nahm sie mit dem Rapper Kay One das Lied „Beautiful“ auf. Ihr diesjähriges Lied „My Heart is Your Heart“ widmete sie ihrer Mutter. 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Victoria Swarovski.

20160526

Julia Koschitz über Vertrauen, Mobbing und Erfolg

Julia Koschitz: "Was meine Arbeit angeht, bin ich ein selbstzweifelnder Mensch"


Am 6. Juni (20.15 Uhr, ZDF) ist die österreichische Schauspielerin Julia Koschitz im Thriller „Vertraue mir“ zu sehen. Darin spielt sie die erfolgreiche Investment-Bankerin Elena, die in ihrer Firma von einem Tag auf den anderen geschnitten wird. Das Interview.

Frau Koschitz, in diesem Film stehen Ihnen und den Zuschauern spannende Zeiten bevor …

Julia Koschitz: Was die Zuschauer angeht, hoffe ich es zumindest (lacht). Elena stößt auf einen faulen Milliarden-Kredit, der das Ende der Bank bedeuten könnte. Ihr Chef ist aber nicht für sie zu sprechen, sie wird unvermittelt aus Meetings ausgeschlossen, ihre Memos verschwinden. Sie befürchtet, dass hinter ihrem Rücken ein Komplott geschmiedet wird.

Welchen Ratschlag haben Sie als Privatpersonen für Arbeitnehmer, die gemobbt werden?  

Julia Koschitz: Gott sei Dank habe ich damit noch keine persönlichen Erfahrungen gemacht. Ich glaube, ich würde immer das Gespräch suchen, versuchen, das Problem in aller Offenheit anzusprechen.

Stehen Sie gerne am roten Teppich und rufen zu den Fotografen: „Hallo, hier bin ich!“?

Julia Koschitz: Nein.

Mussten Sie auch erst lernen, mit dem öffentlichen Interesse an Ihrer Person umzugehen?

Julia Koschitz: Ja. Absolut. Wobei ich in Frage stelle, ob es ein Interesse an mir persönlich ist. Ich betrachte das mit Vorsicht, beziehungsweise freue mich eher, wenn ich mehr über meine Arbeit sprechen darf, als über mich selbst.

Was halten Sie vom Spruch: „Menschen, denen du Vertrauen schenkst, drückst du ein Schwert in die Hand, mit dem sie dich verteidigen oder vernichten können. Vertrauen ist die stillste Art von Mut …“?

Julia Koschitz: Ja, bestimmt birgt dieser Satz eine Wahrheit in sich. Dennoch glaube ich, dass im Leben eine Mischung aus Vertrauen und aus gesunder Skepsis erstrebenswert ist. Was meine Arbeit angeht, bin ich ein selbstzweifelnder Mensch. Das gehört für mich zu einer intensiven Auseinandersetzung dazu und ist eher Motor, als Hindernis. Trotzdem hat Vertrauen natürlich einen großen Stellenwert für mich. Misstrauen kann ein Energiefresser sein.

Inwiefern?

Julia Koschitz: Weil man ständig damit beschäftigt ist, den anderen zu hinterfragen, sich zu schützen, nur halbherzig einzulassen – weder macht das Spaß, noch kommt man in sein eigentliches Potential. Vertrauen in einer Beziehung ist der Schutz, den man braucht, um sich wirklich zu zeigen, in all seinen Facetten. Ich empfinde das als Geschenk. Und in meinen engen Beziehungen und Freundschaften mittlerweile auch als unerlässlich, sich auf diese Weise begegnen zu können.

Auzug eines Interviews von Gerald Vukits mit Julia Koschitz.

20160517

Alice und Ellen Kessler Interview

Kessler-Zwillinge: Alice und Ellen Kessler, 2016
Kessler-Zwillinge: Ellen (li.) und Alice Kessler

Kessler-Zwillinge: „Die Beine kriegen wir noch hoch!“


Die beiden Tänzerinnen Alice und Ellen Kessler (79) machten Shows mit Dean Martin, Frank Sinatra und Sammy Davis jun. ...

In den USA haben Sie mit Show-Legenden zusammen gearbeitet. Unterhalten Sie beide sich manchmal darüber?

Alice: Ellen und ich plaudern darüber gar nicht. Nur wenn wir danach gefragt werden.

Ellen: Wir leben nicht in der Vergangenheit. Auch nicht in der Zukunft. Sondern, immer in der Gegenwart.

Alice: Aber wenn im Fernsehen Biografien über diese Show-Größen ausgestrahlt werden, sehen wir gerne zu.

Welchen Star würden Sie heute gerne kennenlernen?

Alice: Bette Midler! Eine tolle Frau und Komikerin. Und George Clooney, aber das ist banal. Weil den will jede kennenlernen …

Ellen: Ich würde gerne Brad Pitt kennenlernen.

Wieso rufen Sie die Herren nicht an?

Ellen: Ich denke nicht daran.

Sie waren beide nie verheiratet …?

Alice: Stimmt. Als ich einmal so richtig verknallt war, habe ich kurz ans Heiraten gedacht, aber irgendwann hat der Verstand wieder eingesetzt. Wenn wir als Kinder ein harmonisches Familienleben erlebt hätten, wäre das vielleicht ganz anders gewesen.

Ellen: Unser Vater war kein guter Mann. Unsere Mutter war die „Sklavin“ von unserem Vater. So wollten wir nicht werden … Ich wurde einmal gefragt, ob ich heiraten will. Ich habe Ja gesagt. Doch dann hat mich mein damaliger Lebensgefährte nie wieder gefragt. Worüber ich ganz froh war. Denn die Entscheidung wäre mir sehr schwer gefallen.

Streiten Sie manchmal?

Alice: Das kommt vor. Wir sind ja wie ein altes Ehepaar, nur können wir uns nicht scheiden lassen …

Ellen: Bei Reibereien machen wir jedenfalls die Schiebetüre, die unsere Wohnungen voneinander trennt, einfach zu.

Alice: Und die, die sie zugemacht hat, muss sie auch wieder aufmachen (lacht).

Wann kommt Ihr nächster Showtanz als Kessler-Zwillinge auf der Bühne?

Ellen: 2012 war unser bislang letzter, in Italien.

Alice: Zu unserem 80er ist kein großer Tanz geplant. Große Sprünge machen wir nicht mehr. Obwohl: Die Beine kriegen wir noch hoch! Wir kriegen auch noch einen Spagat hin, aber nur noch privat zu Hause.

Sie sagten einmal: Wenn jemand von Ihnen beiden dement werden würde, wäre Sterbehilfe für die kranke Person vorstellbar. Und dann würde die andere „mitgehen“ wollen?

Beide: Ja.

Ellen: Ich bin absolut pro Sterbehilfe. Menschen sollten das Recht haben zu gehen, wenn die Situation sinnlos ist. 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Alice und Ellen Kessler.

20160429

Thomas Mraz Interview

Der lustige „Vorstadtweiber“-Polizist ist ein Kampfsportler!


„Haben Sie eine Freundin?“, wurde Thomas Mraz (40) in der TV-Serie „Vorstadtweiber“ gefragt. Er antwortete: „Ja - wenn ich sie mir aufblase …“

Mraz spielt den Polizisten „Jörg Pudschedl“, der für heitere Momente sorgt.

In jungen Jahren war Thomas Mraz einmal am Arbeitsamt. „Dort suchte ich einen Job als Schauspieler, aber seitens des AMS hieß es: ,Lassen S‘ das lieber!‘“, erzählt er. Er absolvierte eine Lehre im grafischen Gewerbe, arbeitete in einem Copyshop sowie für die Marketingabteilung der Wiener Börse. Mit 24 Jahren begann er dann doch eine künstlerische Ausbildung am „Konservatorium der Stadt Wien“.

Bekannt wurde der 1,78 Meter große Künstler, der gerne Badminton und Gitarre spielt, unter anderem durch seinen Förderer Michael Niavarani (48). So waren die beiden in Niavaranis Kabarettprogramm „Encyclopaedia Niavaranica“ und im Theaterstück „Das perfekte Desaster-Dinner“ zu sehen.

Vor der Kamera muss er sich mitunter ein bisserl patschert anstellen, doch privat ist er ein richtiger Kampfsportler. „Ich betreibe ,Wing Tsun‘, aber auf der Straße kämpfen musste ich zum Glück noch nie. Auch mit dem Gesetz kam ich noch nie in Konflikt.“ 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Thomas Mraz.

20160427

Zoe Straub Interview

Zoe Straub
Zoe Straub, Österreichs Songcontest-Starterin 2016

Zoe Straub: „Ich habe Angst ...“


Am Dienstag, dem 10. Mai, vertritt die 19-jährige Wienerin Zoe Straub Österreich im Halbfinale des Eurovision-Songcontests in Schweden. Das Interview. 

Zoe, Sie haben zuletzt zahlreiche Interviews gegeben. Sind Sie schon Interview-müde?

Zoe: Wieso? Merkt man das?

Ich frag nur …

Zoe: Heute bin ich etwas müde, ja. Es ging jetzt die letzten Tage durch. Auftritte, Interviews … Mich stresst das alles ein bisschen.

Können Sie dieses Songcontest-Abenteuer überhaupt in jeder Sekunde genießen? 

Zoe: Jede Sekunde, glaub‘ ich, genießt man nie. Da ist man müde, oder hat Hunger …

Am 10. Mai singen Sie im Songcontest-Halbfinale in Stockholm (Schweden) Ihr Lied „Loin d’ici“, das von der Suche nach dem Paradies und der Erkenntnis, dass der Weg das Ziel sei, handelt. Und das Sie zusammen mit Ihrem Vater, dem „Papermoon“-Gründer Christof Straub (46) geschrieben haben. Damit könnten Sie sich für das Finale am 14. Mai qualifizieren. Doch haben Sie Angst, Letzte zu werden?

Zoe: Ich habe Angst, nicht ins Finale zu kommen. Weil ich einfach Angst vor der Zeit danach habe; ob mir mehr Chancen verwehrt bleiben, wenn ich nicht ins Finale komme. Ob ich dann so weitermachen kann, wie bisher oder nicht.

Sie können sicher weitermachen!

Zoe: Aber ob die Leute noch wollen, dass ich weitermache …?

Zoe, Sie sind doch gut!

Zoe: Dankeschön … Aber es ist natürlich schwierig. Weil die Chancen, die ich jetzt gerade bekomme, sind ein großes Glück. Das ist nicht selbstverständlich. Natürlich gibt es auch Zeiten, wo es wieder schlechter laufen wird. Ich habe halt nur Angst, dass sich das alles so heftig ändern wird, dass ich wieder ganz woanders stehe.

Wer keine Erwartungen hat, kann auch nicht enttäuscht werden …

Zoe: Ja, das stimmt … (lächelt)

Haben Sie auch eine Befürchtung hinsichtlich einer Panne bei Ihrem Auftritt?

Zoe: Da versuche ich, nicht an das Negative zu denken, damit es auch nicht passieren kann.

Das war eine sehr spontane Antwort. Haben Sie in den vergangenen Monaten einen Medien-Trainer gehabt?

Zoe: Nein, manches ist schon ein bisschen Routine. Aber ich passe bei meinen Antworten ein bisschen auf. Es gibt eine Seiten an mir, die ist ganz privat, die gehört nur mir. Die kennt meine Familie und meine Freunde. Gewisse Dinge muss man in der Öffentlichkeit für sich selbst behalten.

Was hilft Ihnen, wenn Sie sehr nervös sind?

Zoe: Baldrian-Tropfen! Die hatte ich auch bei der Vorentscheidung dabei. Aber auch Umarmungen von meinem Freund helfen mir. Wenn ich nervös bin, macht mein Körper, was er will. Mein Herz schlägt dann so schnell, das ist unfassbar. Da denke ich mir: „Jetzt beruhig‘ dich doch einmal!“ Aber es funktioniert nicht. Der Körper zittert trotzdem. Das ist schlimm. Auf der Bühne stehen geht. Aber die Entscheidung ist immer der Moment, wo ich am nervösesten bin. Baldrian-Tropfen nehme ich übrigens auch gegen meine Flugangst.

Im Umfeld des Songcontests wurde und wird viel gefeiert werden. Haben Sie schon jemals einen Schwips gehabt?

Zoe: Eigentlich eine komische Frage … Ja, ich habe schon mal einen Schwips gehabt. Ich hab schließlich Matura-Reise gehabt (lächelt) … Zuletzt natürlich weniger. Muss man nicht machen. Aber wenn es einem gefällt, wenn es sich in Grenzen hält und wenn man sich gut mit sich selber auskennt, dann kann man sich ruhig mal den einen oder anderen weißen Spritzer gönnen. Wenn es mir gut geht, dann geht es mir auch nicht schlecht, wenn ich ein bisschen was trinke. Aber man sollte vermeiden es zu tun, wenn man nicht gut drauf ist. Oder nachher wenig schlafen kann. 

Auszug eines Interviews von Gerald Vukits mit Zoe Straub.

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